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Der Freiberg Kärpf
Von Linth und Sernf umflossen, von der hohen Kulisse der Kärfpkette im Süden begrenzt, bildet der Freiberg Kärpf das Herzstück der Glarneralpen. Der Weg dort hinein führt über das Dorf Schwanden und das Niderental ins Kies und von dort mit der Luftseilbahn zur Mettmenalp auf 1600m.
Der Grundstein zum 106 km grossen Banngebiet wurde bereits im Jahre 1548 gelegt, als der damalige glarnerische Landammann Joachim Bälde seinen Antrag an den Rat des Landes Glarus stellte. Seither sprechen die Glarner vom Kärpfgebiet als "Fryberg", dem Berg, an dem das Wild "vom Sernf durch die Wartstalden beyder Syt der theleren bihs hinden in die Limmeren des rotenwildes halb für und für gefritt und gebannet sollen sin bim eid.." (Ratsprotokoll vom 10. Aug. 1548).
Der Hauptgrund für den Antrag war sicher mit dem starken Aufkommen der Feuerwaffen in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts begründet. In all den Jahren aber führte trotz Bannung das Freibergwild längst noch kein sorgenloses Dasein. Vor allem in Kriegszeiten wurde gewildert, denn viele Familienväter hatten grosse mühe, ihre vielköpfigen Sippen durchzubringen.
In den Jahren der französischen Revolution, in denen das Glarnerland Kriegschauplatz fremder Heere war, sah es mit dem Wildbestand schlimm aus. Steinbock, Reh und der Hirsch, zuletzt auch Bär und Luchs waren ausgerottet, nur das Gamswild konnte in wenigen Rudeln an entlegenen Schlupfwinkeln Überleben. Zu einer Besserung kam es erst wieder Ende des letzten Jahrhunderts. Eine bessere Hege und ein Jagdverbot für den ganzen Kanton führten zu einer Gesundung des Wildbestandes. In den Jahren 1957 ‑ 60 wurden 9 Stück Steinwild in den Freibergen ausgesetzt. Die Kolonie zählte 1977 bereits 77 Tiere. Damals wurden auch 920 Gemsen, 400 Murmeltiere, 60 Dachse, 25 Auerhühner und 10 Steinadler gezählt. Eine Wanderung im Freiberg durch seine Alpweiden, Wälder und Grate bringt sommers wie winters Begegnungen mit dem Bergwild. Dieser Wunsch erfordert aber die Aufmerksamkeit der Touristen, denn das Wild hat sich seine natürliche Scheu vor den Menschen bewahrt. Die Hege des Wildasyls obliegt den zuständigen Wildhütern. Teile des Freiberges mit artenreicher Fauna stehen unter Pflanzenschutz. Bei Wanderungen ist gute Bergausrüstung unbedingt erforderlich.
Und nun viel Spass beim Entdecken des Freiberges!
